Globetrot

September 2008

Europa


Europäische Aktien erlitten während des Großteils des Monats September massive Einbußen, weil die Auswirkungen der Kreditverknappung auf das globale Finanzsystem an den Märkten erneut das einzige Gesprächsthema waren. Europäische Aktien erwischten zunächst einen schwachen Start, legten aber nach der Übernahme der Hypothekenriesen Freddie Mac und Fannie Mae durch die US-Regierung zu. Leider ging es dann aber fast nur noch bergab. Die Vielzahl schlimmer Ereignisse im US-Finanzsektor verunsicherte die Anleger zutiefst, obwohl die globalen Aktienkurse wieder anzogen, nachdem die Regierungen weltweit einschritten und Short-Verkäufe von Bankentiteln untersagten. Diese Erholungsphase war jedoch nur von kurzer Dauer, da Aktien aus dem Rohstoffumfeld weiter an Boden verloren. Der Grund dafür waren konjunkturelle Besorgnisse. Bald darauf geriet der Markt dann aufgrund der Nachricht, dass Belgien, die Niederlande und Luxemburg der Fortis Bank zur Hilfe geeilt waren, sowie wegen der kurz darauf folgenden Rettung der Dexia Bank durch Belgien und Luxemburg erneut in Aufruhr. Die europäischen Aktienmärkte erlitten einen weiteren heftigen Rückschlag, als das US-Rettungspaket zur Übernahme fauler Hypothekenkredite im Kongress scheiterte. Am letzten Tag des Monats erholten sich die Märkte dann aber wieder, weil bekannt wurde, dass die US-Regierung einen weiteren Versuch unternommen hatte, erneut ein Rettungspaket zu schnüren.

 GBPEURUSDLokale Währung
FTSE Europe ex. GB-13,01%-10,89%-14,99%11,02%

Nordamerika


Der September war für das US-Finanzsystem und die Aktienmärkte eine stürmische Zeit. Die Ereignisse an der Wall Street sowie in Washington hallten in der ganzen Welt nach. Die Credit-Krise rückte wieder ins Zentrum des Interesses und drängte die wirtschaftlichen Entwicklungen in den Hintergrund. Die Aktienkurse brachen ein, weil Ereignisse, die die Finanzwirtschaft grundlegend veränderten, die Schlagzeilen bestimmten. Die anfängliche Erleichterung, für die die Maßnahmen der US-Behörden gesorgt hatten, als sie die Kontrolle über die Hypothekenriesen Freddie Mac und Fannie Mae übernommen hatten, wich dem Schock, den der Zusammenbruch von Lehman Brothers, die Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America sowie die Finanzierungsprobleme und die darauffolgende Rettung des Versicherungsgiganten AIG ausgelöst hatten. Die verbliebenen großen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley wurden zu Geschäftsbanken umfirmiert, um so einen größeren Handlungsspielraum zu erhalten. Die Aktienkurse stiegen zwar Mitte September wieder an, nachdem die Regierung eingeschritten war und Short-Verkäufe von Bankentiteln unterbunden hatte, aber diese Rallye erwies sich als kurzlebig, denn im weiteren Verlauf des Monats brachen weitere bedeutende Banken nacheinander wie Dominosteine zusammen. Die größte US-amerikanische Sparkasse Washington Mutual meldete Konkurs an, und ihre Einlagen wurden von den Aufsichtsbehörden, die einen schnellen Verkauf eines Großteils der Firmenanteile an JP Morgan Chase arrangierten, eingefroren. Dies war der größte Bankenkonkurs in der US-Geschichte. Kurz darauf folgte gegen Ende des Monats der Verkauf der Mehrheitsanteile an Wachovia an die Citibank. Die Entscheidung von US-Finanzminister Hank Paulson, ein 700 Mrd. Dollar-Rettungspaket zu schnüren, um den amerikanischen Banken alle faulen Subprime-Kredite abzukaufen, schien dem US-Kongress dann jedoch zuviel des Guten. Insbesondere Abgeordnete der Republikaner sträubten sich gegen diese riesige Summe. Infolgedessen gab der Dow Jones Industrials-Index fast 778 Punkte ab und erlitt damit (in Punkten gerechnet) den stärksten Einbruch seiner Geschichte. Die Dringlichkeit der Situation veranlasste die Regierung, unverzüglich zu handeln und Ende des Monats eine überarbeitete Fassung des Rettungspakets vorzulegen, das für den Kongress akzeptabel war.

 GBPEURUSDLokale Währung
S&P 500-6,79%-4,52%-8,91%-8,91%

Großbritannien


Die Ereignisse in London spiegelten die Turbulenzen in New York wider. So erlitten die Aktienkurse angesichts eines sehr schwankungsreichen Handels während des Großteils des Monats schwere Verluste. Schlechte Nachrichten aus dem Finanzsektor, sowohl dem einheimischen als auch dem US-amerikanischen, sorgten im September für die deutlichsten Einbußen. Im Monatsverlauf wurde die Konsolidierung des in Schwierigkeiten befindlichen Bankensektors zum Thema. Die Meldung, dass Nationwide die unrentablen Baufirmen Derbyshire und Cheshire übernehmen würde, wurde aber bald von der Nachricht überschattet, dass die in Schieflage geratene Bankengruppe HBOS vor einer Übernahme durch Lloyds TSB Bank stünde. Der Londoner Aktienmarkt legte zwar zu, nachdem die Financial Services Authority Short-Verkäufe von Finanztiteln untersagt hatte, aber diese Erholungsphase hielt nicht lange an. Die Aktienkurse sanken erneut, weil die Besorgnisse der Anleger um eine Erholungsphase sowie die Aktienkursentwicklung von Finanzunternehmen wieder in den Vordergrund rückten. Die Nachricht, dass die britische Regierung die Kontrolle über Bradford & Bingley übernommen hat, als dieses Unternehmen nicht in der Lage war, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen oder faule Hypothekenkredite aus seinen Büchern zu streichen, führte zu weiteren massiven Kursverlusten. Der Markt erlitt noch weitere beträchtliche Einbußen, als bekannt wurde, dass der Kongress der US-Regierung seine Zustimmung zum Rettungspaket für den Finanzsektor versagt hatte.

 GBPEURUSDLokale Währung
FTSE All-Share-13,24%-11,12%-15,21%-13,24%

Japan


Japanische Aktien verloren aufgrund der zunehmenden Besorgnisse um eine Rezession sowie wegen der Ängste vor den Auswirkungen der Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten auf japanische Unternehmen an Wert. Seit Monatsbeginn belasteten die Besorgnisse um die sich eintrübende Weltwirtschaft und deren Folgen für Exportunternehmen den Markt. Die Aktienkurse legten aber wieder zu, als bekannt wurde, dass die US-Regierung Fannie Mae und Freddie Mac übernimmt, und weil die Besorgnisse um die Kreditverknappung nachließen. Diese Zuversicht war aber nur von kurzer Dauer. Ein paar Tage später brachen die Aktienkurse erneut ein, nachdem die Anleger erfahren hatten, dass Lehman Brothers in die Insolvenz getrieben worden war. In den darauf folgenden Tagen kam es zu Hilferufen anderer großer US-amerikanischer Finanzkonzerne, wodurch japanische Aktien weiter unter Druck blieben. Der Aktienmarkt erholte sich schließlich wieder, nachdem die US-Regierung sowie andere Staaten Maßnahmen ergriffen hatten, um Short-Verkäufe von Bankentiteln zu unterbinden, und da der US-Finanzminister ein Rettungspaket schnürte, um den Banken faule Kredite abzukaufen. Diese Erholung erwies sich aber als lediglich vorübergehend, denn der japanische Markt brach zum Ende des Monats auf ein 4-Jahrestief ein. Der Grund dafür war das Nein des US-Kongresses zum Rettungspaket.

 GBPEURUSDLokale Währung
Japan Topix-8,61%-6,39%-10,69%-12,63%

Asien Pazifik


Die asiatischen Aktienmärkte gingen während eines turbulenten Handelsmonats deutlich zurück. Der Auslöser dafür waren zunehmende Besorgnisse um die Auswirkungen der Probleme des globalen Finanzsystems auf die exportorientierten Volkswirtschaften der Region. Asiatische Aktien legten wegen der Nachricht, dass die US-Regierung die in Schieflage geratenen US-Hypothekenfirmen Fannie Mae und Freddie Mac übernehmen würde, aber kurzfristig zu, weil dieser Schritt die Besorgnisse um die globale Finanzkrise milderte. Die Sorgen kehrten jedoch schnell zurück, nachdem die Anleger erfahren hatten, dass Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatte, und anschließend auch noch der globale Versicherungsriese AIG zusammenbrach und deshalb auf die Hilfe der US-Regierung angewiesen war. Trotz einer zwar kräftigen, aber nur kurzzeitigen Rallye, die von den Maßnahmen einiger Regierungen zur Unterbindung von Short-Verkäufen von Bankenaktien ausgelöst worden war, belastete eine Welle weiterer Insolvenzen und Rettungsmaßnahmen für Finanzunternehmen das Vertrauen der Anleger weiter. Die Aktienkurse stiegen schließlich erneut an, nachdem der US-Finanzminister ein Rettungspaket geschnürt hatte, im Rahmen dessen von den Banken faule Kredite übernommen werden sollten. Die Hochstimmung darüber war an den Märkten dann aber wieder schnell verflogen, als der US-Kongress gegen dieses Paket stimmte. Diese Entscheidung schickte die asiatischen Märkte zum Monatsende wieder auf Talfahrt. Die Meldung, dass ein erneuter Versuch unternommen wird, den Paulson-Plan zu retten, trug schließlich dazu bei, dass sich asiatische Aktien am letzten Tag des Monats September wieder etwas erholen konnten.

 GBPEURUSDLokale Währung
MSCI Asia Pacific ex Japan-14,80%-12,73%-16,74%-12,68%

Anleihen


Die Entwicklung von Staatsanleihen übertraf im September sowohl die von Anleihen mit Investmentstatus als auch die von Hochzinsanleihen. Die Auslöser dafür waren eine Reihe von Bankinsolvenzen sowie staatliche Rettungsmaßnahmen für führende Unternehmen der globalen Finanzbranche. Dies hatte eine ausgeprägte „Flucht in Qualität“ zur Folge. Die anfängliche Erleichterung, für die die Maßnahmen der US-Behörden gesorgt hatten, als sie die Kontrolle über die Hypothekenriesen Freddie Mac und Fannie Mae übernommen hatten, wich dann aber dem Schock, den der Zusammenbruch von Lehman Brothers, die Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America sowie die Finanzierungsprobleme und die darauffolgende Rettung von AIG, einem der weltweit größten Versicherer, ausgelöst hatten. Die US-Regierung wird aber enorme Summen aufwenden müssen, um diese Unterstützungsmaßnahmen zu finanzieren. Dies belastete US-Staatsanleihen zwischenzeitlich. Indexgebundene Anleihen tendierten schwächer als ihre nominalen Staatsanleihen- Pendants, weil die sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten zu gestiegenen Erwartungen auf eine sinkende Inflation führten.

 GBPEURUSDLokale Währung
JP Morgan Global Government all stocks1,34%3,80%-0,97%0,29%

Die Erwähnung von Wertpapieren sollte nicht als diesbezügliche Kaufempfehlung verstanden werden. Das hier zugrundeliegende Research und die Analysen sind von Threadneedle für die eigenen Investmentaktivitäten erstellt worden. Aufgrund dieser sind möglicherweise bereits Entscheidungen noch vor dieser Publikation getroffen worden. Die Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt geschieht zufällig. In einigen Fällen – falls es sich nicht um die Wiedergabe von Fakten handelt – wurden Informationen aus externen Quellen bezogen. Diese werden zwar als glaubwürdig angesehen, für ihren Wahrheitsgehalt und ihre Vollständigkeit kann jedoch keine Garantie übernommen werden. Alle enthaltenen Meinungsäußerungen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, können jedoch ohne Ankündigung geändert werden.

© 2008 Threadneedle

Global Home | Wichtige Informationen | Get Acrobat Reader hier | Get Flash Player

Threadneedle Investment Services Limited, Threadneedle Portfolio Services Limited, Threadneedle Asset Management Limited. Im Vereinigten Königreich autorisiert und reguliert nach den Bestimmungen der Financial Services Authority. Threadneedle ist ein Handelsname. Sowohl der Threadneedle-Name als auch das Logo sind Schutzmarken oder eingetragene Schutzmarken der Threadneedle-Unternehmensgruppe.